Problemlösungstreppe

Entstehung

Im Rahmen meiner TA-Grundausbildung habe ich 1999 für eine Präsentation die von Ken Mellor und Eric Sigmund konstruierte Discounttabelle vereinfacht. Dabei ist die Problemlösungstreppe entstanden. Im damaligen TA-Blog habe ich die Idee der Problemlösungstreppe 2008 und 2011 (in einer überarbeiteten Version) veröffentlicht. Für das Teaching am Training Endorsement Workshop (TEW) in Bilbao habe ich 2011 die mobile Version der Problemlösungstreppe entwickelt (siehe unten).

Andere Transaktionsanalytiker/innen haben die Discounttabelle in ähnlicher Form angepasst. So stellt beispielsweise Julie Hay ihre Steps to Success in Donkey Bridges for Development TA vor.

Die Problemlösungstreppe

Wenn jemand (unbewusst) Informationen nicht zur Kenntnis nimmt, die für die Lösung eines Problems relevant sind, spricht man in der Transaktionsanalyse von Discounts. Soll ein Problem gelöst werden, müssen Discounts entlarvt und beseitigt werden. Oder anders formuliert: die Informationen, die für die Lösung wichtig sind müssen wahrgenommen werden. Die Problemlösungstreppe zeigt, auf welchen Stufen sich diese Informationen befinden.

Problemlösungstreppe

Der Weg zur Problemlösung beginnt unten und führt über die jeweils nächst höhere Stufe. Wer Informationen auf einer Stufe nicht wahrnimmt, bleibt stehen und discountet auch auf allen weiteren Stufen.

Es wird nicht zum Erfolg führen, mit jemandem beispielsweise über die Lösbarkeit eines Problems zu sprechen, wenn die betreffende Person auf der Stufe der Hinweise stehen geblieben ist.

Stufe 1: Hinweise
FliegenpilzIch anerkenne, dass ich Anzeichen wahrnehme.

Wer giftige Pilze gegessen hat und Bauchschmerzen bekommt, kann die Hinweise auf ein Problem discounten, indem er die Schmerzen nicht wahrnimmt. Erst wenn die Schmerzen wahrgenommen werden, ist die erste Stufe auf dem Weg zur Lösung geschafft.

Stufe 2: Vorhandensein
Ich anerkenne, dass ein Problem besteht.

Wer Bauchschmerzen hat, weil er giftige Pilze gegessen hat, kann sich sagen: “Das gibt es halt, dass man ab und zu einmal ein wenig Bauchweh hat.” Akzeptiert er aber, dass ein Problem besteht, befindet er sich auf Stufe 2.

BauchschmerzenStufe 3: Bedeutsamkeit
Ich anerkenne, dass das Problem von Bedeutung ist.

Der Pilzliebhaber, der sieht, dass ein Problem besteht, könnte davon ausgehen, dass eine Pilzvergiftung nicht schlimm ist. Wird im Gegensatz dazu anerkannt, dass eine Vergiftung durchaus ein Problem ist, das gelöst werden muss, ist die dritte Stufe erreicht.

Stufe 4: Lösbarkeit
Ich anerkenne, dass es möglich ist, das Problem zu lösen.

Wer realisiert, dass er einen giftigen Pilz gegessen hat und auch sieht, dass das sehr schlimm ausgehen kann, allerdings nicht davon ausgeht, dass es eine Lösung dafür gibt, sagt sich: “Gegessen ist gegessen – ich kann nur noch hoffen, dass ich überleben werde.” Realisiert diese Person aber, dass das Problem einer Vergiftung gelöst werden kann, befindet sie sich auf Stufe 4.

Stufe 5: Fähigkeiten
Ich anerkenne, dass die involvierten Personen in der Lage sind, die Lösung umzusetzen.”

ArzttascheDer Pilzpatient weiss vielleicht, das ein Arzt etwas unternehmen könnte, doch er sagt sich: “Ich kann doch keinem Arzt sagen, dass ich einen giftigen Pilz gegessen habe, da müsste ich mich ja schämen.” Oder er geht davon aus, dass die Ärzte in seiner Umgebung nicht genügend ausgebildet sind, um etwas gegen eine Pilzvergiftung zu unternehmen. Wenn er aber weiss, dass er fähig ist, einen Arzt aufzusuchen, und glaubt, dass dieser etwas gegen die Vergiftung tun kann, befindet er sich auf der fünften Stufe.

Der Problemlösung steht nichts mehr im Weg.

Mobile Problemlösungstreppe

Um das Modell zu veranschaulichen habe ich die Treppe mit Duplo-Lego-Steinen nachgebaut.

Mobile Problemlösungstreppe

Die Vorteile dieser mobilen Version der Problemlösungstreppe:

  • Sie kann verwenden werden, um jemandem den Weg zur Problemlösung spielerisch darzustellen.
  • Der Kind-Ich-Zustand wird dabei miteinbezogen.
  • Mit den kleineren Lego-Steinen ist eine Mini-Version möglich.
  • Die Kosten für dieses Hilfsmittel halten sich in Grenzen (vor allem, wenn man Kinder hat, von denen man sich ein paar Duplo- oder Lego-Steine leihen kann)
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